Hessen und die ukrainische Oblast Kiew haben deshalb ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet. Europaminister Manfred Pentz reiste dafür auf Einladung des Gouverneurs der Oblast Kiew, Mykola Kalashnyk, in die Ukraine und unterzeichnete das MoU gemeinsam mit ihm in Kiew.
Europaminister Pentz betont: „Die Ukraine ist ein europäisches Land – und sie kämpft für Werte, die uns alle ausmachen. Diese Partnerschaft ist unser Bekenntnis: Wir stehen nicht am Rand, wir engagieren uns. Hessen übernimmt diese Verantwortung nicht aus Pflichtgefühl. Sondern weil wir überzeugt sind: Was der Ukraine nützt, nützt Europa. Und was Europa stärkt, stärkt Hessen."
Kiew und Hessen bauen Partnerschaft aus
Zur Unterzeichnung des Abkommens sagte Mykola Kalashnyk, Gouverneur der Region Kiew: „Für uns ist es wichtig, dass internationale Partner die Ukraine heute nicht nur mit Worten unterstützen, sondern auch in die Region Kiew kommen, um mit eigenen Augen die Folgen der russischen Aggression und die Art und Weise, wie sich unsere Gemeinden erholen und weiterleben, zu sehen.
Während des Besuchs des Hessischen Ministers für Bundes- und Europaangelegenheiten, Manfred Pentz, haben wir Irpin und Butscha besucht – Städte, die weltweit zu Symbolen für die Unbesiegbarkeit der Ukraine geworden sind. Ich danke dem Land Hessen für seine Unterstützung, Solidarität und Bereitschaft, die Zusammenarbeit mit der Region Kiew auszubauen. Die Unterzeichnung des Memorandums ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Stärkung unserer Partnerschaft und der gemeinsamen Arbeit am Wiederaufbau und der Entwicklung der Gemeinden.“
Partnerschaft als Investition in Europas Zukunft
Der Wiederaufbau der Ukraine wird eine der größten Investitionsaufgaben Europas in den kommenden Jahrzehnten sein. Hessische Unternehmen – in Infrastruktur, Logistik, Finanzdienstleistungen und digitalen Technologien – bringen genau die Expertise mit, die dafür gebraucht wird. Wer jetzt Vertrauen aufbaut, ist morgen als Partner gesetzt. Zugleich eröffnet eine enge Vernetzung mit einer reformorientierten, sich entwickelnden Wirtschaftsregion wie der Oblast Kiew neue Märkte und stärkt die Resilienz hessischer Unternehmen gegenüber einseitigen Abhängigkeiten – eine Lehre, die Europa aus den vergangenen Jahren ziehen musste.
Die Europäische Union hat mit dem Beitrittsprozess der Ukraine ein politisches Signal gesetzt. Regionalpartnerschaften wie unsere füllen es mit Substanz. Sie schaffen Vertrauen, wo Institutionen allein nicht reichen. Hessen versteht das MoU mit der Oblast Kiew als langfristige Investition – in die Stabilität Europas, in wirtschaftliche Chancen und in eine Partnerschaft, die trägt.
Aktuell leben rund 100.000 ukrainische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger in Hessen. Sie bilden die zweitgrößte Gruppe ausländischer Bürgerinnen und Bürger im Land. Die neue Partnerschaft sendet deshalb auch ein klares Signal: Hessen bleibt ein verlässlicher Partner an der Seite der Ukraine.
Reise in die Ukraine
Neben der Unterzeichnung der Absichtserklärung nahm Minister Pentz zahlreiche weitere Termine in der Ukraine wahr. So tauschte er sich unter anderem mit Rostyslaw Ohrysko aus, dem stellvertretenden Minister für Europa. Treffen gab es auch mit Vitali Klitschko, dem Bürgermeister der Stadt Kiew und Abgeordneten aus dem ukrainischen Parlament.